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Tunnelsicherheit

Mehr Schutz dank zusätzlicher Stollen

Die Nationalstrassen­tunnels im Berner Oberland werden auf den neuesten Stand der Sicherheits­technik gebracht. Den Schwer­punkt bildet dabei der Bau von zusätzlichen Rettungsstollen.

 Fluchtstollen des Simmenfluhtunnels

Seit 2004 gelten in der Schweiz verschärfte Bestimmungen zu den Sicherheits­einrichtungen in Tunnels. Auslöser waren mehrere schwere Brand­unfälle in Autobahn­tunnels (Mont-Blanc, Tauern, Gotthard) um die Jahrtausend­wende. Neue Tunnels werden seither nach den strengeren Normen gebaut, die bestehenden Tunnels werden sukzessive nachgerüstet.

Bei den Tunnels im Berner Oberland wurden in einem ersten Schritt die Signalisation und die Leit­einrichtungen angepasst. In der zweiten Phase sind bauliche Veränderungen eingeleitet worden. Dabei geht es ins­besondere um den Bau von Rettungs­stollen. Diese dienen im Ereignis­fall als Flucht­möglichkeit für die Personen im Tunnel.

Es gibt zwei Arten von Rettungs­stollen. Sicherheits­stollen werden parallel zur Haupt­röhre gebaut und mit dieser in regel­mässigen Abständen durch Not­ausgänge verbunden. Flucht­stollen führen von der Tunnel­mitte quer ins Freie. Seit 2013 sind sämtliche ein­röhrigen Tunnel­strecken im Berner Oberland mit Rettungs­stollen ausgestattet worden – die längeren mit Sicherheits­stollen, die kürzeren mit Fluchtstollen.

Auch im Rugentunnel, der über zwei Röhren verfügt, wird die Tunnel­sicherheit weiter verbessert. Der Tunnel wurde bereits saniert, 2020 werden zudem auf beiden Seiten zwischen den Tunnel­portalen Wände gebaut, die verhindern, dass im Brandfall Rauch von einer Tunnelröhre in die andere gelangt.